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Liebe Schwestern und Brüder,

für alle, die aufgrund der aktuellen Situation in diesen Tagen nicht an der Heiligen Messe teilnehmen können, empfehle ich die Lektüre der Texte des Sonntags, die sie hier im Internet abrufen können:

https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-15

Außerdem können Sie, wenn Sie möchten, hier meine ursprünglich geplante Fastenpredigt zum 3. Fastensonntag nachlesen, sowie die angefügten Fürbitten, die ich Ihrem persönlichen Gebet anempfehle.

Wir Priester unserer Pfarrgemeinde werden natürlich auch weiterhin regelmäßig die Heilige Messe im privater Form feiern. Seien Sie sicher, dass wir dabei für Sie alle mitbeten, besonders auch für die Kranken und von der Virusinfektion Betroffenen und ihre Familien.

Ihnen allen einen gesegneten Sonntag, eine gute Woche und

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Dr. Christian Stenz

Pfarrer

 

 

Predigt am 3. Fastensonntag 2020

Thema: „Wasser des Lebens“ – wonach habe ich Durst?

(Ex 17, 3-7; Joh 4, 5-42)

Liebe Schwestern und Brüder,

das Wasser steht ganz im Mittelpunkt der biblischen Lesungen des 3. Fastensonntags.

Wenn wir zur Zeit unsere Kirchenräume betreten, dann fällt uns vielleicht als erstes auf, dass die Weihwasserbecken leer sind, damit das Ansteckungsrisiko vermindert wird.

Manchmal ist es ja so, dass uns erst dann wieder etwas bewusst wird, wenn es nicht mehr da ist. So geht es wohl des meisten von uns auch mit dem Weihwasser.

Normalerweise bekreuzigen wir uns beim Betreten und Verlassen der Kirche mit Weihwasser. Wir tun das, weil wir uns  dabei an unsere Taufe erinnern, die uns mit Christus verbindet, der für uns die Quelle ewigen Lebens ist.

Wenn wir die Worte „Wasser des Lebens“ hören, dann fallen uns vielleicht zunächst ganz konkrete Dinge ein: zunächst einmal, dass man Wasser braucht, um zu überleben. Nach einer medizinischen Faustregel kann der Mensch maximal drei Tage ohne Wasser auskommen. 

Wasser kann auch insofern für das Leben wichtig sein, als es eine wichtige Grundlage für die Hygiene ist – wer sich nicht waschen kann, riskiert, krank zu werden.

Wer schon einmal auf einer Wanderung unterwegs war, den ganzen Tag auf den Beinen, vielleicht brennt auch noch die Sonne vom Himmel – der kennt die Erfahrung, einen riesengroßen Durst zu haben. 

Und der kennt das Gefühl, wenn in dieser Situation dann der Durst durch ein kühles Getränk gelöscht wird. Das muss dann nicht einmal ein besonderes Getränk sein, sondern man macht die Erfahrung, wie gut einfaches Wasser schmecken kann.

Auch die Erzählung im Evangelium beginnt ja damit, dass Jesus in der Mittagshitze Durst hat, müde ist und sich an einen Brunnen setzt.

Da kommt eine Frau, um Wasser zu schöpfen. Und Jesus bittet die Frau um Wasser. 

Auf den ersten Blick nichts Besonderes. Aber es ist alles andere als üblich. Denn Jesus ist Jude und die Juden verkehren nicht mit den Samaritern, wie es im Text heißt. Das Verhältnis der Juden zu den Samaritern war meist kein freundliches, da sie seit der Zeit des Exils als halbheidnisches Mischvolk galten (vgl. Kön 17, 24-41). Zur Zeit Jesu gab es häufig Reibereien, ja sogar blutige Zwischenfälle, wenn die Galiläer ihren Weg durch Samaria nahmen.

Hinzu kommt noch, dass Jesus ausgerechnet eine Frau um Wasser bittet. Auch das war zur Zeit Jesu eigentlich nicht üblich. Einmal mehr sprengt Jesus die üblichen Grenzen und wendet sich der Frau zu.

Und dann sagt Jesus etwas geheimnisvolles:

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“

 

Jesus hält sich also nicht auf mit dem konkreten Nutzen des Wassers, Durst zu löschen, sondern er erhebt das Gespräch sofort auf eine andere, auf eine höhere Ebene. 

Er leitet über von der äußeren Situation am Brunnen zur inneren Begegnung des Menschen mit Gott, der sich in ihm, in Jesus Christus offenbart.

Jesus verspricht der Frau und damit auch uns ein ganz besonderes Wasser: 

„Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird niemals mehr Durst haben.“

Das Wasser, das Jesus gibt, hat eine besondere Qualität. Es macht nicht mehr durstig. Was für ein Versprechen: Wenn wir vom Wasser Jesu trinken, haben wir keinen Durst mehr.

Und Jesus geht noch einen Schritt weiter: dieses Wasser Jesu hat noch eine weitere Qualität:

„Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ 

Das Wasser Jesu stillt nicht nur den Durst, es bringt in uns eine Quelle in Bewegung und schenkt uns ewiges Leben.

Diese Verheißungen gelten der Frau in der Geschichte, und sie gelten auch uns.

Der Durst nach Wasser, er steht in der Geschichte für unsere Sehnsucht nach Leben. Wir alle sehnen uns nach einem guten Leben, nach Glück und Zufriedenheit. Wir wünschen uns, dass wir gesund sind und bleiben, dass wir mit unserer Familie und unseren Freundinnen und Freunden ein gutes und erfülltes Leben führen können.

Aber gleichzeitig erleben wir – gerade in diesen Tagen – wie im Leben nicht immer alles rund läuft. Krankheiten, Leiden und auch der Tod gehören dazu. Glück und Zufriedenheit können wir uns wünschen, aber beides sind keine dauerhaften Zustände.

Jesus weiß darum, er kennt unsere Sehnsucht nach dem guten Leben. Und er will unsere Sehnsucht nach diesem Leben stillen.

Jesus lädt uns also ein, von seinem guten Wasser zu trinken. Er ermutigt uns, an seinem Brunnen Platz zu nehmen und unseren Durst nach Leben bei ihm zu stillen. Und er sagt, dass, wer dieses Wasser trinkt, selber zur sprudelnden Quelle wird, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Hier macht Jesus uns klar, wie Menschen, die von der Quelle Jesus trinken, selber zu Glaubensstiftern werden, die dafür sorgen, dass andere Menschen dauerhaft glücklich werden.

Wie das gehen kann, dazu hat Pater Anselm Grün Worte gefunden, die uns zeigen, dass die Corona-Welle auch eine spirituelle Herausforderung ist. Er erinnert an christliche Tugenden im Umgang mit dem Virus. 

Als Vorbild nennt er die erfolgreichen Infektionsschutzmaßnahmen in Taiwan. Die taiwanesische Strategie sei von zwei Mottos getragen, die auch für christliche Werte stehen: „Ich schütze mich, um Dich zu schützen“ und „Ich bin ok, daher kaufe Du erst einen Mundschutz“.

Das erste Motto betont, dass Selbstschutz nicht Egoismus bedeutet, sondern auch Verantwortung für den anderen und letztlich aus Nächstenliebe geboten ist.

Das zweite sorgt für eine gerechte Verteilung knapper Güter.

Anselm Grün legt uns diese beiden Grundsätze ans Herz, damit sie auch uns „im Umgang mit der Epidemie prägen“.

Es geht nicht um Panikmache, sondern um ein achtsames Umgehen, damit wir uns schützen, um andere zu schützen, dass wir uns Mühe geben, damit andere von Mühen befreit werden. Auf diese Weise könne, so Anselm Grün, die Epidemie die ganze Gesellschaft erziehen“ und ihr wieder christliche Werte nahebringen.

Zwei erschöpfte in der Hitze des Mittags, Jesus und die samaritische Frau, Außenseiter, Fremde - sie erkennen in sich denselben Durst, können dadurch sich selbst im anderen entdecken. Sie verstehen wie nie zuvor. Jetzt zeigt sich: Auch wer anders ist, fremd, muss und will trinken wie ich, wie jeder. Wenn wir im eigenen Durst und in dem des anderen auf unseren Durst stoßen, werden wir Gefährten bei der Suche nach der Quelle.

Der Durst des Menschen kann schlussendlich nur gelöscht werden durch den anderen Menschen, durch Gott im anderen Menschen, wodurch Menschlichkeit erschlossen, zur Entfaltung kommen kann.

Jetzt heißt es für uns, dass wir uns zum Brunnen aufmachen. Wir dürfen uns auf den Weg machen, um Jesus zu begegnen. 

In der Feier des Gottesdienstes suchen wir die Begegnung mit Jesus. 

Im Beten bekommen wir neue Kraft. 

Im Hören auf sein Wort ermutigt er uns, auf ihn zu vertrauen. 

Und so kann er uns auch heute wieder von seinem Wasser zu trinken geben. 

So werden wir gestärkt, unseren Weg zu gehen, auch dann, wenn es in unserem Leben derzeit so viele Unsicherheiten gibt.

Und wir können selbst Brunnen sein, Brunnen werden, auch von neuem, wenn sie verschüttet sind.

Machen wir uns also auf zu diesem Brunnen. Dann dürfen wir spüren: 

Er stillt unseren Durst. 

Er hilft uns, den Durst der anderen zu stillen.

Und wir erleben das, was auch die Menschen damals erlebt haben: 

„Er ist wirklich der Retter der Welt.“ Amen.

 

 

Fürbitten am 3. Fastensonntag 2020

Einleitung:

Im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi begegnen wir dem Retter der Welt.

An ihn wollen wir glauben und hoffen auf ein gelingendes Leben;

darum bitten wir voll Vertrauen.

Bitten:

Für die Weltgemeinschaft, die das Corona-Virus zu gemeinsamem Handeln herausfordert. Für alle, die miteinander beraten und folgenreiche Entscheidungen treffen und für alle, die für Solidarität und Verständnis werben.

- kurze Gebetsstille -

V: Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen – A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für unsere Kinder und Jugendlichen, für die alten und kranken Menschen,

für alle, die mit einem besonderen Risiko leben. Für alle in Quarantäne

und für die vielen Familien, die ihr Leben neu regeln müssen, weil Schulen und Kitas geschlossen sind.

- kurze Gebetsstille -

V: Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen – A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für alle Menschen, die Angst haben. Für die, die sie begleiten und beruhigen;

und für alle, die füreinander Sorge tragen.

- kurze Gebetsstille -

V: Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen – A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, die sich in der aktuellen Krise hilflos fühlen;

für alle, die nach schnellen Lösungen suchen, um die Arbeitsplätze zu sichern.

Für alle Frauen und Männer, die um ihren Arbeitsplatz bangen.

- kurze Gebetsstille -

V: Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen – A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für die vielen Menschen auf der Welt, die auch noch andere Sorgen und Lebensnöte haben. Für die Menschen an Europas Außengrenzen, für alle ohne Heimat und Sicherheit.

- kurze Gebetsstille -

V: Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen – A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für alle Kinder, die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror werden; für die, die allein und einsam sind. Für alle, mit denen niemand solidarisch ist.

- kurze Gebetsstille -

V: Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen – A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Abschluss-Gebet:

Guter Gott, du ermutigst und bestärkst uns.

So können wir in deinem Geist wachsen.

Dafür danken wir dir heute und alle Tage unseres Lebens. Amen

In den Sommerferien sind das zentrale Pfarrbüro und das Gemeindebüro Nieukerk nur vormittags geöffnet!
Das Gemeindebüro Stenden ist geschlossen!

Bitte beachten Sie die geänderten Öffnungszeiten und Telefonnummern unserer Pfarrbüros.

Gottesdienstbesuche nur mit Formular! Weitere Infos hier.

Kontakt


Seelsorger

Pfarrer Dr. Christian Stenz
Tel. 02833-576964-0
(Zentrales Pfarrbüro)
Durchwahl: 02833-576964-13
stenz-c@bistum-muenster.de

Pastor Charles Raya
Tel. 02833-576964-12
raya@bistum-muenster.de

Pater Dr. Abraham Kongampuzha
Tel. 02833-576964-35
kongampuzha@bistum-muenster.de

Pastoralreferent Niels Ketteler
Tel. 02833-576964-16
ketteler@bistum-muenster.de

Beauftragte im Beerdigungsdienst
Norbert Käfer, Johannes Bonn
Tel. 02833-576964-0
(Zentrales Pfarrbüro)


Zentrales Pfarrbüro Aldekerk
Marktstr. 4
Tel. 02833-576964-0
Mo., Di., Do., Fr. 9-11 Uhr
Donnerstag 16-18 Uhr
stdionysius-kerken@bistum-muenster.de

Gemeindebüro Nieukerk
Dionysiusplatz 10

Tel. 02833-576964-11
Dienstag 16:00-18:00 Uhr
Mittwoch 08:30-10:30 Uhr

Gemeindebüro Stenden
Alter Kirchweg 1

Tel. 02833-576964-80
Mittwoch 16-18 Uhr


Notfallbereitschaft (Krankenhaus Geldern)
02831-3900


Öffnungszeiten der Kirchen
Alle drei Kirchen der Pfarrei St. Dionysius Kerken, ausgenommen die Kapellen, sind täglich von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf Gottesdienstzeiten.

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